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HAVANA COWBOYS: FUCK10, FUCK10, FUCK10!

Don “Al” Canone dürfte zu den ungewöhnlichsten Punks dieses Planeten zählen. Es war ein stürmischer Februarmorgen, als dem ehemaligen Hut-Model aus Corpus Christi im amerikanischen Nirgendwo, diesem hochbegabten Sohn einer deutsch-polnischen Einwandererfamilie – mit einem zum Tretboot umgebauten Trabant 601s de luxe – die Flucht aus dem Moloch des Hochimperialismus (über das von Haien und Atom-U-Booten verseuchte karibische Meer) nach Cuba gelang. Nur mit wenigen Goldbarren aus dem elterlichen Besitz, einer hochwertigen Sammlung ausgewählter Maßanzüge und der heißgeliebten, elektrisch verstärkbaren Bassgitarre (made in Vietnam) mutierte Canone binnen kürzester Zeit zum schillerndsten Vertreter der Punkszene von Havana.

Kein Geringerer als Maximo Lider, selbst heimlicher Verehrer der frühen Sex Pistols, ermutigte den jungen Heißsporn mit seiner stetig wachsenden Punk-Kommune im Herzen Havanas letztendlich, selbst eine harte Musikkapelle zu gründen. Zunächst montierte Canone in seinem heimischen Labor mal so eben im Vorbeigehen mit “Patria o Doggystyle” einen Rohdiamanten der jüngeren Musikgeschichte, der auch prompt wieder verworfen wurde. Dafür gibt es jetzt die “Todeslimbo EP”. Produziert von Gott. Also Harry Brandes. Mit Senor Ina, einem ehemaligen Zuckerrohrsaftpressenbetreiber, an der Gitarre. Und dem geheimnisumwitterten Fidel Mobbs (von dem Insider hartnäckig behaupten, er sei einer der zahlreichen Wildwüchse Castros) am Schlagwerk.

Die neue Supergroup des Punkrock:
THE (WORLD FAMOUS) HAVANA COWBOYS!

Al Canone

JOB: Orale Klangerzeugung, elektrischer Trickbass

POSITON: Vorn rechts (von vor der Bühne aus gesehen).

LIEBLINGSGETRÄNK: Havana Club, Astra

Don Canone steht gegen 7:40 Uhr karibischer Ortszeit auf und trägt für gewöhnlich noch keinen Hut. Doch bereits um diese Uhrzeit manifestieren sich die Urgewalt des Punk und der unbedingte Wille, laut zu sein, in seinem verwegenen Gesicht.

10 Minuten später erscheint Rositha Cerveza, die gute Seele des Canonen-Haushalts, und serviert dem Don das ultimative Punk-Ei! 18 Minuten unter lauter Beschallung (wahlweise Motörhead, Sex Pistols o.ä.) in siedendem Karibikwasser kochen, anschließend mit einem Sarah-Connor-Foto abschrecken und NIEMALS im Stehen verzehren.

Senor Ina

JOB: Laute Gruselrockgitarre spielen, Punchlines mitbrüllen

POSITION: Vom Schlagzeug aus gesehen rechts vorn.

LIEBLINGSGETRÄNK: Havana Club, Bierschinken

Senor Ina sieht in Wirklich ganz anders aus, als diese verwackelte Fotografie es suggeriert. Trotzdem KÖNNTE er genau diese Mütze tragen. Wenn er wollte. Tut er aber nicht. Deswegen muss man sich sein eigenes Bild machen. Und zwar auf den Bühnen dieser Welt. Senor Ina trägt die Gitarren stets mit der Saitenseite nach vorn. Weil es sich bewährt hat. Außerdem ist er kürzlich Snowboard gefahren und denkt jetzt, dass er ein Boarder ist, was absurd ist, da es auf Cuba keine Skigebiete gibt. Darüber hinaus hat er sich deswegen den Zorn Don Canones zugezogen, weil es ganz treffend “Skigebiet” und halt nicht “Boardgebiet” heißt.

Fidel Mobbs

JOB: Schlagwerk bedienen, Ventilator ein- und ausschalten

POSITION: Von Al Canone und Senor Ina aus gesehen im Scheitelpunkt eines gleichschenkligen Dreiecks.

LIEBLINGSGETRÄNK: Havana Club, Almdudler

Fidel Mobbs besteht zu 90% aus Meteoritenstaub, was erklärt, dass er schneller als der Duracellhase trommeln kann. Allerdings nicht so lange, weil das anstrengt. Das Foto oben könnte er gezeichnet haben, aber nicht sein. Es entspringt der puren Phantasie, weil man ihn hinter seinem Schlagzeug nie sieht. Nicht, dass das sonderlich groß wäre. Aber er schwingt so schnell von vorn nach hinten, dass man nur verschwommene Linien sieht. Jedoch dreidimensional.